Optimierte Brustkrebs-Diagnostik

Tomosynthese

Noch genauere Bilder der Brust zur Brustkrebs-Diagnostik können wir mit der Tomosynthese-Technik (3D-Mammographie) erzeugen. Denn trotz bester Mammographiesysteme können manchmal kleinste Veränderung im dichten Brustdrüsengewebe nicht erkannt werden.
Die Tomosynthese ist gegenüber der „normalen“ Mammographie ein sehr viel genaueres Verfahren, bei dem die Brust dreidimensional bzw. in Schichten ähnlich wie bei der Computertomographie dargestellt wird. Dadurch kommt es zu deutlich weniger Überlagerungen durch dichtes Drüsengewebe. Und keine Sorge: Die Strahlendosis ist nicht höher als bei einer Mammographie. Anschließend werden aus dem gewonnenen Datensatz ähnlich wie bei der Computertomographie 1 Millimeter dünne Schichten errechnet.

In umfangreichen Studien – die größte davon aus Oslo (dx.doi.org/10.1148/radiol.12121373) – wurde festgestellt, dass durch die Anwendung dieses Verfahrens noch einmal fast 30 Prozent mehr kleinere Brusttumoren (Brustkrebs) entdeckt werden können als bei dem herkömmlichen digitalen Mammographieverfahren.


Die Tomosynthese kann als Ergänzung einer konventionellen Mammographie, aber auch als alleiniges Verfahren angewendet werden – das hängt von der jeweiligen Fragestellung ab.

Mammographie. Nicht sicher zu beurteilende Verdichtung (Kreis).

Mammographie. Nicht sicher zu beurteilende Verdichtung (Kreis).

Tomosynthese (gleiche Patientin). Eindeutiger Befund eines Brustkrebses (Pfeil).

Tomosynthese (gleiche Patientin). Eindeutiger Befund eines Brustkrebses (Pfeil).

Wie läuft eine Tomosynthese ab?

Aus Patientensicht gibt es nur einen geringen Unterschied im Ablauf einer Tomosynthese im Vergleich zu einer herkömmlichen Mammographie. Die Brust wird in gleicher Weise komprimiert. Der Kopf des Tomosynthese-/Mammographiegerätes bewegt sich dann in mehreren Schritten über die Brust, die Untersuchungszeit ist hierdurch bedingt minimal länger. Hilfreich ist es, wenn Sie bei der Aufnahme kurz die Luft anhalten, damit die Bilder nicht verwackeln. Anschließend errechnet der Bilddatencomputer des Mammographiegerätes dreidimensionale Bilder sowie auch zweidimensionale Übersichtsaufnahmen.

Bei Fragen stehen Ihnen unsere Ärzte gerne zur Verfügung.

Wer trägt die Kosten?

Bei der Tomosynthese handelt es sich um ein modernes und gleichzeitig erprobtes Verfahren, welches im Mammographiescreeningprogramm in der Abklärungsdiagnostik ebenfalls Anwendung findet. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen ausserhalb des Screeningprogramms allerdings nicht übernommen. Deshalb können wir derzeit mit der Tomosynthese nur privat versicherte, gesetzlich versicherte selbstzahlende Patientinnen oder Patientinnen mit einer Kostenübernahmeerklärung einer gesetzlichen Krankenkasse untersuchen.

Für weitere Auskünfte bezüglich der Kosten, der Kostenübernahme oder der anteiligen Übernahme (Beihilfe) wenden Sie sich bitte persönlich an unsere Damen am Empfang der Praxis oder rufen Sie uns unter der Telefonnummer 05251-10550 an. Wenn Sie uns Ihren Namen und Ihre Telefonnummer angeben, melden wir uns gerne bei Ihnen zurück.

CESM: Brustkrebsdiagnostik mit Kontrastmittel

Seit Oktober 2016 bieten wir Ihnen  eine weitere Methode zur Brustkrebsdiagnostik an. Die Kontrastmittelunterstützte Spektralmammographie, kurz: CESM genannt, ermöglicht noch genauere Bilder zur Diagnosestellung. CESM steht für „contrast enhanced spectral mammographie“.
Wir sind davon überzeugt, dass die CESM sich als Zusatzverfahren, aber auch in der Diagnostik sehr schnell in der Brustkrebsdiagnostik etablieren und zu einer noch detaillierteren Diagnostik führen wird. Bei uns können Sie ab sofort von dieser Untersuchungsmethode profitieren.

Die Vorteile von CESM:

  • Deutlich bessere Bilder als bei der herkömmlichen Mammographie und Sonografie.
    Durch das Kontrastmittel lassen sich Tumore auch in dichtestem Brustdrüsengewebe erkennen.
  • bessere Terminverfügbarkeit
  • kurze Untersuchungsdauer
  • Unmittelbare Beurteilung durch unsere Radiologen ob eine Erkrankung vorliegt.
  • Bei bereits entdecktem Brustkrebs, erzielen wir eine bessere Ausschluss- oder Nachweisdiagnostik für weitere Herde in der betroffenen Brust und auch der anderen Brust.
  • Die Größenabschätzung, die Entdeckung kleiner zusätzlicher Herde sowie die Therapiekontrolle bei notwendiger Chemotherapie gelingen ebenso gut wie bei der MRT.

Die Kosten:

Trotz der geringen Kosten, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen diese Untersuchung im Rahmen der Diagnostik nicht. Wir informieren gerne über die Kosten einer CESM-Untersuchung. Möglicherweise erklärt sich die Krankenkasse auch zur Kostenübernahme bereit. Wir wissen, dass zum Beispiel in Bremen für die CESM eine Abrechnungsgenehmigung erteilt wurde, wenn Kontraindikationen zu einer MRT der Brust (bei Herzschrittmachern, Angstzuständen, Metallimplantaten) bestehen.

Der wissenschaftliche Hintergrund:

Das Verfahren ist seit Jahren erprobt und Studien an der Berliner Charité und an verschiedenen Universitätskliniken in Paris (Institut Gustave Roussy, Hospital des Juifs) haben bewiesen, dass die Sensitivität, also die Empfindlichkeit zur Entdeckung von Brustkrebs derjenigen des MRT (Kernspintomographie) entspricht. . In vielen Ländern, insbesondere in Südeuropa, Frankreich und in den USA  wird die CESM teilweise in der Routinediagnostik eingesetzt.

 

Rufen Sie uns bitte an, falls Sie Fragen zu dieser Untersuchung haben. Wir informieren Sie gern.
Sie erreichen uns unter 0 52 51 – 10 550.