Gadoliniumhaltige Kontrastmittel

Für bestimmte MR-Untersuchungen ist die Gabe von gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln nötig, um eine zuverlässige diagnostische Aussage zu treffen. 2014 sind erstmals in Studien Ablagerungen des Gadolinium im Gehirn und auch anderen Organen bestimmter Patientengruppen gefunden worden.
Hierbei bestünde ein Zusammenhang

  • mit der Häufigkeit und den Intervallen der Kontrastmittelgaben bzw. der Menge des verabreichten Gadolinium.
  • mit der Zusammensetzung des Kontrastmittels. Die Ablagerungen seien stärker ausgeprägt nach Verwendung linearer Kontrastmittel als nach Gabe makrozyklischer Präparate, in welchen das Gadolinium wesentlich stabiler gebunden ist.
  • mit der Leber- und Nierenfunktion, dem Alter und Geschlecht des Patienten sowie mit bestehenden Hirnerkrankungen.

Bei mehr als 100 Millionen Anwendungen von gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln weltweit gibt es bisher keine gesicherten Erkenntnisse oder konkrete Verdachtsmomente für gadoliniumassoziierte Hirnschäden bzw. Beeinträchtigung von Hirnfunktionen.
Das Thema wird von internationalen Forschergruppen weiter intensiv untersucht. Im Rahmen dieser Untersuchungen sind Vorsichtsmaßnahmen bei der Verwendung von MR-Kontrastmitteln formuliert worden:

  • Jede Kontrastmittelgabe ist individuell zu überprüfen – es darf keine „Automatismen“ geben.
    Der Radiologe muss im Einzelfall prüfen, ob sich durch eine Kontrastmittelgabe potentiell Zusatzinformationen ergeben und falls ja, ob diese für die Behandlung des Patienten auch wirklich von Bedeutung sind.
  • Besonders kritische Betrachtung serieller kontrastmittelunterstützter Untersuchungen. In einigen Fällen gelingt es mit einem kontrastmittelbasierten Ausgangsbefund weitere Verlaufskontrollen ohne weitere Kontrastmittelgabe durchzuführen.
  • Jede Kontrastmittelgabe muss unter kritischer Prüfung etwaiger individuell bestehender Risikofaktoren des Patienten erfolgen.
  • „Stabilen“ Kontrastmitteln (s.o.) ist der Vorzug zu geben.
  • Bei jeder nötigen Kontrastmittelgabe Verabreichung der jeweils niedrigst möglichen Menge.

Jede evtl. nötige Kontrastmittelgabe wird der Radiologe vor einer MR-Untersuchung unter o.g. Gesichtspunkten mit Ihnen erörtern. Dies allerdings auch mit dem Hintergrund, dass in einigen Fällen von der Kontrastmittelgabe die Entscheidung abhängt, ob eine Veränderung gut- oder bösartig ist, bzw. manche Untersuchungen ohne Kontrastmittelgabe kategorisch auch nicht durchführbar sind.
Wir verwenden seit vielen Jahren nur noch ein stabiles, makrozyklisches Kontrastmittel, welches ausgesprochen gut verträglich auch für Kinder, Jugendliche und Säuglinge zugelassen ist.

Die Patientensicherheit ist für uns das höchste Gut: wenden Sie sich mit Fragen gern an Ihren Radiologen.

http://www.radiologenverband.de/inhalte/2016-02-28/3/bdr-patienteninformation-zu-gadolinium-kontrastmitteln-fuer-die-magnetresonanztomographie

https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2016/fk13-mrt-gadolinium-ablagerungen-gehirn.php

http://www.radiologie.bayer.de/mrt/mr-kontrastmittel/gadoliniumablagerungen-im-gehirn