Noch genauer – Brustkrebsdiagnostik mit CESM

Vor zwei Jahren führte die Praxis Radiologie am Theater und das Mammographiescreeningzentrum (Paderborn) die Tomosynthese als  Weiterentwicklung der digitalen Mammographie ein. Dieses Verfahren ist zu einem unverzichtbaren Baustein in der Abklärungsdiagnostik geworden, wenn es um  auffällige Befunde geht. Seit Oktober 2016 arbeiten die Praxen nun mit einer Weiterentwicklung der Brustkrebsdiagnostik: Die Kontrastmittelunterstützte Spektralmammographie, kurz: CESM genannt, ermöglicht noch genauere Bilder zur Diagnosestellung.“  für die Befunde.

Bei diesem Verfahren zur Untersuchung der Brust, wird, ähnlich der Magnetresonanztomographie ein Kontrastmittel gespritzt.  „Das Verfahren ist seit Jahren erprobt und Studien an der Berliner Charité und an verschiedenen Universitätskliniken in Paris (Institut Gustave Roussy, Hospital des Juifs) haben bewiesen, dass die Sensitivität, also die Empfindlichkeit zur Entdeckung von Brustkrebs derjenigen des MRT (Kernspintomographie) entspricht“, so Dr. Axel Gräwingholt, programmverantwortlicher Arzt des Mammographiescreeningcentrums Paderborn. „Auch die Größenabschätzung, die Entdeckung kleiner zusätzlicher Herde sowie die Therapiekontrolle bei notwendiger Chemotherapie gelingt ebenso gut wie in der MRT“.

Diese Untersuchung bietet einige Vorteile: Der Radiologe erhält deutlichere Bilder, denn durch das Kontrastmittel werden selbst Tumore in dichtestem Brustdrüsengewebe erkannt. Auch in frühen Stadien lässt sich Mikrokalk (Vorstufe einer möglichen Brustkrebserkrankung) entdecken.  Die CESM – (contrast enhanced spectral mammographie) ist somit eine geeignete Alternative zur Erkennung von Brustkrebs, die in der normalen Mammographie und Sonographie nicht erkannt werden und dem MRT ebenbürtig ist. Weitere Vorteile liegen in der besseren Verfügbarkeit, der kurzen Untersuchungsdauer und in der kurzen Dauer der Beurteilung. Denn bei CESM erkennt der Radiologe unmittelbar, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht.  Weitere Vorteile liegen, bei schon entdecktem Brustkrebs, in der Ausschluss- oder Nachweisdiagnostik für weitere Herde in der  betroffenen Brust aber auch in der anderen Brust.  Auch hier die CESM ein gleichwertiges Verfahren zur MRT.

„Die CESM wird sich als Zusatzverfahren, aber auch in der Primärdiagnostik sehr schnell in der Brustkrebsdiagnostik etablieren und zu einer noch detaillierteren Diagnostik führen.  In vielen Ländern, insbesondere in Südeuropa, Frankreich und in den USA  wird die CESM teilweise in der Routinediagnostik eingesetzt“, berichtet Dr. Gräwingholt.

Trotz der geringen Kosten, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen diese Untersuchung im Rahmen der Diagnostik nicht. „Wir informieren gerne über die Kosten einer CESM-Untersuchung. Möglicherweise erklärt sich die Krankenkasse auch zur Kostenübernahme bereit. Wir wissen, dass zum Bespiel in Bremen für die CESM eine Abrechnungsgenehmigung erteilt wurde, wenn Kontraindikationen zu einer MRT der Brust (bei Herzschrittmachern, Angstzuständen, Metallimplantaten) bestehen“, weiß der Radiologe.

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